Wie du dein Klavier reinigen kannst

Du liebst es, dich an dein Klavier zu setzen und zu spielen? Dann weißt du, dass du das Klavier regelmäßig richtig reinigen musst.

In diesem Artikel geben wir dir eine Reihe guter Tipps. Unter anderem erfährst du:

  • Wie man die Oberfläche reinigt
  • Worauf bei der Reinigung der Tasten zu achten ist
  • Wie man das Innere und die Pedale reinigt
Klavier reinigen

Damit die Freude am Klavier zu Hause lange erhalten bleibt, braucht es die richtige Pflege. Je besser ein Klavier gepflegt wird, desto länger kann sich der Musikliebhaber an ihm erfreuen. Zur Pflege des Klaviers gehört auch seine Reinigung.

Da ein Klavier aus mehreren verschiedenen Bauteilen und Materialien besteht, gibt es keine allgemeine Reinigungsanleitung. Vielmehr solltest du dich als Klavierbesitzer um die richtige Pflege der einzelnen Teile kümmern.

Darüber hinaus macht es einen Unterschied, welche Art von Klavier du besitzt. Ein Yamaha-Klavier hat zum Beispiel ganz andere Pflegeansprüche als ein Flügel oder ein Steinway-Klavier. Wie genau das empfindliche Musikinstrument gereinigt wird, damit es nicht nur lange funktionsfähig, sondern auch in bestmöglichem Zustand bleibt, erklären wir dir hier.

Spielen ist das A und O bei der Klavierpflege

Dieser erste Hinweis zur Klavierpflege mag platt und sehr simpel klingen. Allerdings gibt es kaum einen besseren Weg sein Klavier gut zu pflegen, als es regelmäßig zu bespielen.

In jedem Klavier, gleich welcher Bauweise, befinden sich viele kleine bewegliche Teile. Je länger diese Teile nicht bewegt wurden, desto schlechter ist das für die Mechanik des Klaviers. Im schlimmsten Fall setzen sich kleine Teile fest, und können nur noch mit Aufwand bewegt werden.

Damit wird das Klavier träge und klingt nicht mehr gut. Weiterhin ist im Inneren eines Klaviers häufig Filz eingebracht. Werden diese Filzteile nicht immer wieder bewegt, dann besteht die Gefahr, dass sie von Kleidermotten befallen werden.

Außerdem verhindert man mit dem regelmäßigen Spielen des Instruments, dass sich Ungeziefer aller Art darin ansiedelt. Wer Klavier spielt, hat also bereits eine Art Grundreinigung des Klaviers vorgenommen.

So wird die Oberfläche des Klaviers sauber gehalten

Klaviere mögen keinen Staub. Deshalb sollte die Oberfläche des Instruments regelmäßig gut vom Staub befreit werden. Dafür schließt man zunächst den Deckel des Klaviers, damit kein beim Reinigungsvorgang aufgewirbelter Staub ins Innere des Instruments gelangen kann.

Hat das Klavier keinen Deckel, dann kann die Tastatur beispielsweise mit einem Tuch oder Tastenläufer abgedeckt werden. Weist das Klavier eine Polyesterlackierung auf, wird es einfach mit einem weichen und antistatischen Tuch, oder mit einem klassischen Staubwedel abgefeudelt.

Dem Staub wird man damit schnell Herr. Sollen auch Fingerabdrücke von der Oberfläche des Instruments entfernt werden, dann empfiehlt es sich mit einem angefeuchteten Tuch aus Microfaser, oder besser noch mit einem Fensterleder, nachzuwischen. Dem Putzwasser kann ein wenig Glasreiniger oder Essig beigemischt werden.

Vorsicht jedoch bei satinierten Holzoberflächen. Diese vertragen kein Wasser. Hier greift man am besten zu einem so ausgewiesenen Holzpflegemittel aus dem Fachhandel, das mit einem weichen Putztuch aufgetragen wird.

Wie die Klaviertasten am besten gereinigt werden

Die Klaviatur, also die Tasten von Klavier, Flügel und E-Piano, sollten allesamt zunächst mit einem Staubwedel vom abgelagerten Staub befreit werden. Danach empfiehlt es sich kleine Verunreinigungen auf den einzelnen Tasten mit einem minimal angefeuchteten Tuch aus Microfaser zu entfernen.

Dabei sollte man sehr vorsichtig vorgehen und so wenig Druck wie möglich auf die einzelnen Tasten ausüben. Gibt es stärkere Verschmutzungen, dann kann man es, statt mit klarem Wasser, auch mit ein wenig Glasreiniger versuchen, der vor dem Reinigungsvorgang auf das leicht feuchte oder noch trockene Microfasertuch aufgesprüht wurde.

Auf keinen Fall darf das benutzte Tuch zu feucht sein, denn wenn beim Putzen Flüssigkeit zwischen die einzelnen Tasten gelangt, ist das sehr ungünstig für die weitere Funktionsfähigkeit der Tastatur. Darüber hinaus sollte der Putzlappen immer am hinteren Rand jeder Taste angesetzt und dann nach vorne hin abgestrichen werden.

Das hat den Vorteil, dass Schmutzpartikel über den freien vorderen Tastenrand zu Boden befördert werden, statt sich am mit dem Gehäuse verbundenen hinteren Tastenrand festzusetzen. So geht man bei Klavieren, Flügeln und auch E-Pianos vor.

Wie man Klaviertasten aus echtem Elfenbein reinigt

Bei sehr hochwertigen Klavieren und Flügeln, die über Tasten aus echtem Elfenbein verfügen, ist besondere Vorsicht bei der Tastenreinigung nötig. Denn Elfenbein wird durch Wasser geschädigt und darf deshalb nicht mit einem feuchten Lappen sauber gemacht werden.

In diesem Fall entfernt man selbständig am besten nur den Staub von den Tasten, indem man einen Staubwedel verwendet. Tiefenreinigung übernimmt besser ein Fachmann. Damit keine schwereren Verschmutzungen entstehen, sollten Klaviaturen aus Elfenbein sehr regelmäßig und gründlich entstaubt werden.

Damit die Tasten nicht vergilben, wozu der Rohstoff Elfenbein neigt, tut man gut daran die Tastatur stets offen stehen zu lassen. In diesem Fall muss sie zwar häufiger entstaubt werden, Dunkelheit jedoch fördert das Vergilben.

Klavierpedale reinigen

Eine Grundreinigung der Pedale erfolgt ebenfalls mit einem feuchten Tuch. Sie sind jedoch der Teil eines Klaviers, der am meisten von Verschmutzung betroffen ist.

Deshalb wirken Messingpedale nach einer Weile häufig stumpf und glanzlos, auch, wenn sie regelmäßig sauber gemacht wurden. Angelaufene Messingpedale können wieder zum Glänzen gebracht werden, indem man sie poliert. Im Fachhandel und in vielen Drogerien gibt es Messing-Politur zu kaufen.

Die trägt man auch ein unbenutztes Baumwolltuch auf und poliert jedes Pedal so lange, bis der alte Glanz zurückgekehrt ist. Je nachdem wie stark die Pedale vorab angelaufen waren, kann das eine ganze Weile dauern. Die hinteren Regionen der Pedale erreicht man beim Polieren gut, wenn das Pedal nach unten gedrückt ist.

Mit einem weiteren sauberen Baumwolltuch werden anschließend alle Politurreste von den Pedalen wieder abgewischt. Je näher man dem Klaviergehäuse während des Politurvorgangs kommt, desto vorsichtiger sollte man sein, denn die Politur sollte nicht an das Gehäuse gelangen. Besonders an Schellackoberflächen kann Messingpolitur helle Schatten hinterlassen.

E-Pianos haben meist keine Messingpedale. Deren Pedale werden einfach mit einem feuchten Tuch sauber gemacht.

Das Innere des Klaviers reinigen

Die Innenreinigung eines Klaviers sollten nur sehr geschickte Personen selbst übernehmen. Denn das Klavier muss dafür teilweise auseinander gebaut und anschließend korrekt wieder zusammengesetzt werden. Wer sich das selbst nicht zutraut, beauftragt besser einen Fachmann.

Wer selbst zur Tat schreiten möchte benötigt für den gesamten Prozess einen Schraubenzieher, einen Staubsauger mit Bürstenaufsätzen und verschieden starke Pinsel, mit denen Kleinstteile gereinigt werden. Nacheinander müssen dann der Moderatorzug, die Mechanik und die Tastatur ausgebaut werden.

Bei der Konstruktion dieser Teile gibt es massive Unterschiede. Je nach Hersteller und Art des Klaviers, oder Flügels, sind die genannten Teile sehr unterschiedlich gefertigt, weshalb man sich vorab mit den Konstruktionsplänen des eigenen Klaviers vertraut machen sollte.

Nach dem Ausbau der genannten Teile werden alle im Inneren des Klaviers liegenden Teile vorsichtig, unter Benutzung eines kleinen Bürstenaufsatzes, abgesaugt. Vorab sollte kontrolliert werden, ob es im Klavierinneren lose Teile gibt. Diese sollten vorab entfernt werden damit sie nicht mit eingesaugt werden.

Danach wischt man alle Kleinteile mit einem trockenen Pinsel ab. Saiten, besonders Kupfersaiten, dürfen niemals feucht abgewischt werden, da sie sonst korrodieren können. Andere verschmutzte Teile können mit einem mit etwas Glasreiniger oder Spülmittel versehenen Lappen abgewischt werden.

Fazit

Das Feld der Klavierreinigung ist überaus komplex, was daran liegt, dass es unzählige Werkstoffe gibt, die in vielfältigen Modellen verbaut sein können.

Bevor man ein Klavier reinigt sollte man sich deshalb jeweils genau darüber informieren aus welchen Werkstoffen dieses Klavier zusammengebaut wurde. Aufschluss darüber gibt der Fachhändler, bei dem das Klavier erworben wurde.

Im Zweifelsfall, oder wenn ein Klavier gebraucht von Privatleuten erworben wurde, lohnt es sich den Modellnamen online zu recherchieren. Auf den Webseiten der Hersteller lassen sich meist die benötigten Informationen finden.

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