Klavier spielen und die Vorteile fürs Gehirn

Du spielst Klavier und stellst dir die Frage, was dabei eigentlich in deinem Gehirn passiert?

Hier erklären wir die unter anderem:

  • Welche positiven Auswirkungen das Klavierspiel auf dein Gehirn hat
  • Wie es deine emotionale Intelligenz steigert
  • Wie es deine Koordination beeinflusst
Klavierspielen und die Vorteile für das Gehirn

Uns wird immer gesagt, dass Musiklehre und das Spielen eines Instruments in vielerlei Hinsicht vorteilhaft für die Entwicklung unseres Gehirns ist. Hier gehen wir auf einige der Vorteile beim Klavierspielen ein.

Klavier spielen ist ein Hobby, welches viele Menschen ausüben, weil es sehr viel Spaß macht. Klavier spielen ist allerdings weit mehr als nur ein Hobby. Es ist auch sehr gut für dein Gehirn. Beim Klavier spielen werden die unterschiedlichsten Regionen des Gehirns aktiviert. Das wirkt sich auf einige Fähigkeiten sogar positiv aus.

Um Klavier spielen zu können, wird u.a. das sogenannte Arbeitsgedächtnis benötigt. Das Arbeitsgedächtnis ist für kurzfriste Erinnerungen zuständig. Ein Klavierspieler braucht dieses, um die Noten abzulesen. Dabei muss ein Klavierspieler allerdings nicht nur die Noten verfolgen, die gerade gespielt werden. Stattdessen müssen auch die Noten im Blick behalten werden, die danach gespielt werden.

Die Vorteile des Klavierspielens für das Gehirn

Klavier spielen hat für das Gehirn viele Vorteile, die sich in die folgenden drei Kategorien einordnen lassen:

  • die physischen Veränderungen des Gehirns
  • eine größere emotionale Intelligenz
  • ein gesteigertes Wohlbefinden

Wie wirkt Klavier spielen auf das Gehirn?

Bereits nach nur fünf Monaten des Klavierspielens auf Anfängerniveau können die ersten positiven Veränderungen beobachtet werden. Die positiven Effekte gibt es übrigens auch, wenn das Klavier spielen erst sehr spät im Leben begonnen wird, beispielsweise im Ruhestand.

Generell hat das Erlernen von einem Instrument viele positive Effekte. Motorik, Hörvermögen und Gedächtnis verbessern sich. Das ist nicht nur beim Spielen des Instrumentes der Fall, sondern im kompletten Alltag. Die genannten Vorteile wirken sich dann auf viele andere Bereiche aus – etwa die Koordination, die Fähigkeit zum Planen, Sprachkenntnisse oder die Aufmerksamkeitsspanne.

Das Klavierspiel unterstützt außerdem die Selbstdisziplin. Denn ein schweres Stück zu erlernen, ist nicht einfach und erfordert eine anhaltende Bemühung und Hingabe. Wenn das Stück erlernt wurde, steigert dies wiederum das eigene Selbstbewusstsein.

Steigerung der emotionalen Intelligenz

Bei der emotionalen Intelligenz geht es darum, die eigenen Emotionen und die Emotionen von anderen zu erkennen und sie im Denkprozess als Unterstützung zu nutzen. Dazu gehört es auch, anderen zuzuhören. Das ist ebenfalls ein Teil vom Musizieren. Du lernst dabei, wirklich tief zuzuhören, um alle Feinheiten zu erfassen. Das wird dir auch in Gesprächen helfen, da du die subtilsten Veränderungen des Tonfalls von deinem Gegenüber so erkennst. Dein Einfühlungsvermögen wird außerdem erhöht.

Steigerung des eigenen Wohlbefindens

Klavier spielen kann auch das Wohlbefinden steigern. Du sitzt am Klavier, kannst dich ausdrücken und die restliche Welt einfach ausblenden. Das Spielen am Klavier nimmt so viel von deinem Gehirn in Anspruch, dass du über deine Sorgen gar nicht mehr nachdenken kannst.

Klavier spielen bringt das eigene Gehirn in Schwung und kann die Leistungsfähigkeit in einigen Punkten stark verbessern:

Verbesserung der Koordination

Beim Klavier spielen, müssen die Hände unabhängig voneinander koordiniert werden. Sie vollziehen manchmal völlig unterschiedliche Bewegungen. Das Gehirn muss daher in der Lage sein, jeder Hand völlig andere Bewegungen mitzuteilen.
Wenn du das lernst, so stimulierst du beim Klavier spielen unterschiedliche Bereiche von deinem Gehirn. Werden gleichzeitig noch die Noten gelesen, so verbessert das außerdem die Koordination von Hand und Auge.

Verbesserung des Gehörs

Wer ein bestimmtes Musikstück erlernen will, muss ganz genau hinhören können. Die Erinnerung, wie das Stück klingt, muss vorhanden sein, um sich selbst korrigieren zu können. Das Gehör ist anfangs vielleicht nicht perfekt, aber es kann trainiert werden.

Davon profitiert dann auch dein Sprachgedächtnis. Es wird dir leichter fallen, in einer lauten Umgebung einzelne Stimmen herauszufiltern.

Verbesserung der Lesefertigkeit

Das Lesen auf dem Notenblatt kann mit dem Lesen von Buchstaben verglichen werden. Es handelt sich bei beidem um Symbole, die dekodiert werden müssen, um Text oder Song zu verstehen. Beim Noten lesen wird daher auch die sprachliche Lesefertigkeit verbessert.

Verbesserung der Sprachfertigkeit

Um eine Fremdsprache zu lernen, wird Leseverständnis und Lesefertigkeit vorausgesetzt. Das Lesen von Noten und die Übersetzung in Handbewegungen sind vergleichbar mit dem Erlernen einer neuen Fremdsprache. Laut entsprechenden Studien, sind Kinder, die Noten lesen können, auch besser darin, Fremdsprachen zu lernen. Das ist auch bei Erwachsenen der Fall, wenn auch nicht so deutlich wie bei Kindern.

Verbesserung der mathematischen Fähigkeiten

Ebenfalls verbessert werden die mathematischen Fähigkeiten, denn Musik basiert auf Mathematik. Um Rhythmen zu zählen und Noten zu lesen werden mathematische Fähigkeiten benötigt. Schüler, die ein Instrument beherrschen, sollen laut Studien besser in Mathematik abschneiden.

Klavier spielen macht sicherlich aus niemandem einen Einstein. Aber es hat sehr viele Effekte auf das Gehirn, die sehr positiv sind. Nebenbei macht es auch noch eine Menge Spaß. Es lohnt sich also gleich doppelt, Klavier spielen zu lernen.

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