Die Erfindung des Klaviers

Du spielst gerne Klavier, weißt aber eigentlich gar nicht, wem wir unser Lieblingsinstrument zu verdanken haben? Wir verraten es dir!

In diesem Artikel erfährst du unter anderem:

  • Wer das Klavier erfunden hat
  • Wann das Klavier erfunden wurde
  • Wieso das Klavier erfunden wurde
Erfindung des Klaviers durch Bartolomeo Cristofori

Das Klavier ist eines der schönsten Instrumente, die wir kennen. Daher sollten wir nicht vergessen, wem wir es zu verdanken haben, dass wir unsere musikalische Leidenschaft auf so eine tolle Art und Weise ausleben können.

Wieso erfand Bartolomeo Cristofori das Klavier?

Die Erfindung des Klaviers, wie wir es heute kennen, geht auf eine Geschichte der Frustration zurück. Denn in vielen zeitgenössischen Zeugnissen ist zu lesen, dass der Erfinder des Klaviers, der Italiener Bartolomeo Cristofori, sehr unzufrieden mit der Funktionsweise des Cembalos gewesen ist.

Das Cembalo war das dominierende Tasteninstrument seiner Zeit und kann aus heutiger Sicht als Vorgänger des Klaviers angesehen werden.

Was gefiel ihm am Cembalo nicht?

Ganz verknappt gesagt war Bartolomeo Cristofori das Cembalo in seiner Handhabung und Funktion zu simpel gestrickt.

Er bemängelte vor allem, dass es mit dem Cembalo, und auch mit dem ihm verwandten Clavichord, nicht möglich gewesen ist die Lautstärke des eigenen Musikspiels zu regulieren.

Christoferi wollte nicht mehr alle Musikstücke in ein und derselben Lautstärke interpretieren müssen, sondern die Möglichkeit haben, laut und leise zu spielen und damit den Charakter der gespielten Musik besser ausdrücken zu können. Das Ziel Bartolomeo Cristoforis war es demnach über Musik gezielter Emotionen und Stimmungen transportieren zu können.

Padua, die Geburtsstadt des Klavier-Erfinders Cristofori in Norditalien
Padua, die Geburtsstadt Cristoforis in Norditalien

Wo und wann wurde das Klavier erfunden?

Bartolomeo Cristofori stammte aus dem italienischen Padua. 1655 in Padua geboren, verstarb er im Jahre 1731 in Florenz. Er galt als einer der begabtesten Instrumentenbauer und Instrumentenstimmer seiner Zeit. Um 1690 wurde Bartolomeo Cristofori von Padua nach Florenz an den Hof der Medici beordert. Dort war er als Hofcembalobauer sowie als Kustos der Musikinstrumente-Sammlung angestellt.

Es wird vermutet, dass er bereits zu diesem Zeitpunkt damit beschäftigt war, eine neue und flexibel spielbare Form des Cembalos zu entwickeln.

1694 hat Christoferi in Florenz ein erstes Vorgängermodell eines modernen Klaviers gebaut.

Dieses erste Exemplar entwickelte er in den Folgejahren immer weiter, bis 1709 ein erstes richtiges Klavier entstand, bei dem Bartolomeo Cristofori die Zupftechnik des Cembalos vollständig gegen die später übliche Hammertechnik ersetzt worden war.

Die Bezeichnung, die der Erbauer selbst für sein Instrument wählte war

clavicembalo col piano e forte“.

Übersetzt man diese Bezeichnung wörtlich aus dem Italienischen ins Deutsche, dann hieß dieses Instrument:

Cembalo, das sowohl leise als auch laute Töne spielen kann.”

Im Laufe der Jahre verkürzte sich diese ausladende Produktbezeichnung immer weiter, bis am Ende nur noch Piano übrig blieb, was ins Deutsche übersetzt mit Klavier wiedergegeben werden kann.

War Bartolomeo Cristofori der einzige Revolutionär der Tasteninstrumente?

Bartolomeo Cristofori war nicht der einzige Vertreter seiner Zeit, der sich ein dynamischeres und flexibleres Tastenspiel wünschte.

Neben ihm gab es noch einige weiterer Instrumentenbauer, die versuchten die bestehenden Instrumente Cembalo und Clavichord weiterzuentwickeln und dem Zeitgeist des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts anzupassen.

Bartolomeo Cristofori war allerdings der erste Vertreter seiner Zunft, dem dies auch gelang. Die anderen Instrumentenbauer, die sich mit Christoferis Thema beschäftigten, sind heute vergessen.

Florenz, wo Klavier-Erfinder Cristofori bis zu seinem Tod lebte
Florenz, wo Cristofori bis zu seinem Tod lebte

Wie sah das Klavier von Cristofori aus?

Das erste Klavier Christoferis umfasste vier Oktaven. Die im Klavier verbauten Hämmer waren mit feinem Leder bespannt. Weiterhin entwickelte Bartolomeo Cristofori eine Funktionstechnik, bei der die Hämmer auf Grund von Tastendruck zur Klangerzeugung gegen die im Klavierkorpus gespannten Saiten geschleudert wurden, ohne anschließend nochmals in Richtung Saiten zurückzufallen.

Dies erlaubte es den Saiten frei und ohne Einschränkung zu schwingen und Töne zu produzieren und erinnert auch heute noch stark daran, wie Klaviere und Flügel funktionieren. Weiterhin baute der Klaviererfinder sein Instrument so, dass die Saiten nach dem Loslassen der Taste wieder damit aufhörten zu schwingen, so dass der Ton erstarb.

Dafür baute Bartolomeo Cristofori kleine Dämpfer in sein Klavier ein. Über die ebenfalls in das Klavier eingebauten Pedale konnte dieser Mechanismus vom Spieler, auf dessen Wunsch hin, jedoch auch ausgesetzt werden, falls das Weiterklingen der Saiten von ihm angestrebt wurde.

Um ein höheres Klangvolumen erzeugen zu können, baute Christoferi Doppelsaiten in sein Klavier ein. Damit standen pro Ton zwei Saiten zur Verfügung.

Wie fiel die Reaktion auf Cristoforis Innovation aus?

Vermutlich war Bartolomeo Cristofori seiner Zeit ein wenig voraus. Denn unter seinen Zeitgenossen fand seine Innovation nur wenige Interessenten oder gar Befürworter. Die meisten Musiker spielten gerne auf dem Cembalo weiter.

Nachdem Bartolomeo Cristofori seinen Urtyp des neuartigen Klaviers über einige Jahre hinweg dennoch immer weiter verbessert hatte, stellte er die Arbeit daran im Jahre 1726 wieder ein und baute fortan nur noch Cembalos.

Es wird vermutet, dass der Grund hierfür darin liegt, dass er der Meinung war sein Instrument nicht mehr weiter verbessern zu können.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er insgesamt 20 Klaviere gebaut, von denen heute noch drei existieren. Eines davon steht in der Instrumentensammlung der Universität Leipzig.

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